Gerade fand ich den Artikel “Eine Sache des Wollens” auf Spiegel Online. Er berichtet über Microsoft Deutschland, in dessen 13-köpfigen Leitungsgremium fünf Frauen sitzen - eine absolute Ausnahme hierzulande! In den Vorständen der DAX-Unternehmen ist momentan nur eine Frau zu finden. Auch wenn Microsoft aus vielen Gründen zu kritisieren ist, so ist das nun wirklich mal ein Lob wert. Zudem haben alle fünf Frauen Kinder und zeigen damit deutlich, dass Karriere und Kinder wunderbar zu vereinbaren sind, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.
Doch viel interessanter ist etwas anderes in dem Artikel. Laut Studien der US-Frauenorganisation Catalyst und der Unternehmensberatung McKinsey sind gemischte Führungsgremien nicht nur ökonomischer sondern auch von der Unternehmenskultur signifikant erfolgreicher.
Die Firmen mit den meisten Frauen im Vorstand erzielten im Vergleich zu solchen ohne Frauen eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite.
Doch es müssen mindestens drei Frauen sein, damit sie die dominierende Kultur einer Gruppe beeinflussen können. Eine Einzelkämpferin muss sich entweder dem männlichen Verhaltenskodex anpassen oder ist zum Scheitern verurteilt. Die McKinsey-Studie “Women matter” betont aber auch, dass die Firmenleitung die Frauenförderung aktiv unterstützen und aggressiv einfordern muss - sonst passiert nichts.
Solange die Kriterien für Beförderungen nicht geändert werden, wird sich nur Unwesentliches an der Situation von Frauen in Führungspositionen ändern.
Doch wenn Frauen ein Unternehmen sogar ökonomisch attraktiver machen, sollte dem ja eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Also, wir brauchen mehr Frauen in Führungsgremien!